Knives and Forks for Freedom über das Bewusst-Sein und die Komplexität veganer Ethik

Knives and Forks for Freedom, vegane Punks

Cody, Multitasker der kanadischen politischen Punkband Knives and Forks for Freedom über die Komplexität des ethischen Veganismus:

Für mich, wo ich in einer industriellen kapitalistischen Welt lebe, gibt es eigentlich keinen Grund, nicht vegan zu leben. Ich denke, dass nicht genügend Menschen sich wirklich über die Konsequenzen dessen bewusst sind, was es bedeutet, die industrielle Tier-Agrarindustrie zu unterstützen. Man kann ohne Zweifel behaupten, dass die Mehrheit der Bevölkerung sich kaum über die Realität der Praktiken von Fabrikfarmen und Schlachthöfen bewusst ist. Tiere werden in ein Leben der Gefangenschaft in übelsten Bedingungen hineingeboren und bleiben dort bis zu ihrer brutalen Tötung, die oft ohne Betäubung stattfindet. Es ist sehr offensichtlich, dass das auch der Grund ist, warum Schlachthäuser nicht aus Glaswänden gebaut werden und zumeist in abgelegenen Gebieten liegen, sicher vor der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Ansonsten würden viel weniger Menschen bewusst diese Industrie unterstützen.

Doch ich habe im Allgemeinen eine einigermaßen optimistische Sichtweise auf die Menschheit. Ich bin mit sicher, dass die meisten Leute gegen dieser Praktiken wären, wenn sie ihnen bewusster wären. Schließlich mögen viele Leute Tiere, wie beispielsweise ihre Haustiere. Keiner würde wollen, dass sein/ihr Hund ein Leben in Einssperrung, unter Vernachlässigung und Folter erleiden müsste. Aber wegen dieser vollständigen Ausblendung deseen, wo diese Lebensmittel herkommen, denkt keiner wirklich darüber nach. Es scheint, dass die meisten Leute dazu angehalten sind, an vage Mythen darüber zu glauben, dass diese Lebensmittel von traditionellen Bauernhöfen kommen, wo die Tiere fröhlich leben würden. Aber stattdessen ist das was wir haben der Betrieb intensiver Fabrikunternehmen, deren hauptsächliches Ziel es ist, profit so effizient und günstig wie möglich zu erzielen.

Zu dem Ganzen kommt, dass die industrielle Tier-Agrarindustrie massivst Umweltverschmutzung produziert und Umweltzerstörung bedingt. Es braucht auch viel mehr Getreide, Soja und Wassser um Nutzvieh zu füttern, als es für die Erzeugung pflanzlicher Lebensmittel braucht, was einfach total ineffizient und nicht nachhaltig ist. Indem man einfach jegliche Unterstützung dieser Industrie meidet, wird die Nachfrage für die Produkte gesenkt und dadurch weniger Leiden und Schaden verursacht. Für mich ist die Ablehnung gegenüber diesen Industrien also auch in einer antikonsumeristischen und antikapitalistischen Denkweise verwurzelt.

Auf einer größerene Ebene betrachtet leben wir in einer Kultur die auf Hierarchie und Macht fusst. Tiere die gezwungen werden ihr Leben unter Einsperrung und elenden Bedingugnen zu verbingen, zum Nutzen der Menschen, sind ein Besipiel dessen. Ich denke wir werden auch vage dazu angehalten, an den Mythos des „Übelebens des Stärksten“ zu glauben, der einfach dazu dient, den Gendaken zu normalisieren, dass es für die dominante Klasse total okay ist, diejenigen auszubeuten, die sie als „minderwertiger/unterlegen“ betrachten und über diese zu herrschen. Im Falle nichtmeschlicher Tiere wird dadurch ihr Fühlen und ihr eigenes Recht zu Leben verneint. Und so ist es absolut essentiell kritisch gegenüber allen Matchbeziehungen innerhalb aller Ebenen der Gesellschafft zu sein. Im Falle der Veganismus geht es einfach um die kleinen alltäglichen Entscheidungen die wir treffen, dahingehend, keine Industrien zu unterstützen die auf Ausbeutung aufbauen. Unsere Bequemlickeiten und Gelüste dürfen nicht auf Kosten der Leben anderer ausgelebt werden.

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Please Don’t Eat Me

Well I know it’s not the best you’ve ever had,
but I sure don’t think it’s all that bad.
Is it enough knowing that nothing living had to die?
I know you’re used to your meat, but soy is worth a try.

The cows never saw it coming,
relaxing in the green pastures of lies,
never knowing the humans’ insatiable hunger.
No time for this cow now, but who is next?!
Please don’t eat me!

“This tofu tastes terrible”, is all you can ever say.
And “who cares about a fucking cow anyway”,
but have you ever thought about the life they live?
We take so much from this planet, that we never give.

To the death you’d argue it’s about health for you.
Well what’s good for that cow to eat, is fucking good for you too.
If we planted that grain in the fields where they eat,
it would end world hunger and no one would have to eat meat.

There’s no reason for us to still do this.
We have the technology to surpass this savageness.
Humans are much smarter than all other animals on earth,
but when we act like animals,
do we doom ourselves to die…like animals?!

Album: I’m Not Fucked Up, The World Is, released 2011

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Dic of the Hour

The dictator of choice wasn’t chosen by you,
but chosen for you.
Believes in America and his country,
believes we do not have a voice.

Put in place, by the powers that be.
I’ve learned enough, they’ll never have control of me.
I’ll keep screaming, ‘til I have no voice.
One day, we’ll remove the dictator of choice.

They laugh, while you slave for your daily food.
People are slaughtered in the streets every minute,
people just like you.

A new dictator; how many times will they do it?
How many times will no one notice?
Until the whole world, is fucking third world!?

Album: Who’s in Control?, released 2012

Konnekten über:

Bandcamp: http://kafff.bandcamp.com
FB: https://www.facebook.com/4freedom4all

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Holy über Tierrechte und Vegansein, Glaubenssysteme und den intersektionalen Ansatz


Die vegane Hardcoreband Holy aus Mailand

Stefano, der Sänger von Holy hat mit uns über Tierrechte, Veganismus, Glaubenssysteme und intersektionale Ansätze gesrpochen:

Wir vier sind sehr unterschiedlich an den Veganismus herangeganen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Ich denke was uns allen gemeinsam ist, ist, dass wir alle vegan wurden, weil wir die Welt um uns herum kritisch betrachten.

Die größte Stärke der Fleischindustrie ist der Faktor des die-Dinge-Nicht-Hinterfragens. Der Verzeht von Tieren oder Tierprodukten geschieht meist ohne ein besonderes Bewusstsein dessen was man da tut. Keiner fragt sich jemals wirklich wie Kühe zu Steaks werden; es ist etwas, das man einfach nicht für hinterfragenswert hält. Und so ist es ein Teil des täglich gelebten normalen Lebens.

Und, so geschah es bei uns, dass wir alle zu irgendeinem bestimmten Zeitpunkt in unserem Leben begannen, diese Dinge zu hinterfragen. Punk spielte beim Prozess unserer Entscheidungtreffung eine wichtige Rolle. Durch den Punk sahen wir den Veganismus zum ersten Mal als eine politische Entscheidung, und nicht bloß als eine trendige Hippy-Form der Ernährungsweise. Als wir mit der Band starteten haben wir unsere Gedanken über Tierrechte in den Fokus gestellt und es war uns auch klar, dass es dadurch einige Misverständnisse wegen unseres Bandnamens und seiner eigentlichen Bedeutung und Herkunft kommen würde.

Während dieser Jahre mussten wir mehr als einmal klarstellen, dass wir keine religiöse Band sind. Wir sind vier Rationalisten/Atheisten. Die Art wie wir den Veganismus praktizieren ist, wie bereits erwähnt, eine bewusste Entscheidung zu einer Lebensweise und ich kann mir kaum etwas vorstellen, was weiter hiervon entfernt sein kann als Religion. Dies ist eine WAHL, kein Akt des Glaubens, und wir haben uns dieser Entscheidung nicht verschrieben um unsere Seelen zu retten oder unsere karmischen was-auch-immer freizusetzen. Wir sind vegan weil uns sowohl menschliches als auch nichtmenschliches Leben etwas bedeutet. Wir sehen die Menschheit nicht als den Mittelpunkt des Universums und auch nicht als die Spitze der Nahrungskette.

Ich bin in Italien groß geworden, wo immernoch eine predominant katholische Kultur herrscht. Dadurch wurde mir aber auch sehr klar, wie tief die Wurzeln des Speziesismus liegen. Wenn du dir vorstellst, dass der Mensch im bilblischen Glauben ja im Bilde Gottes geschaffen worden ist, dann merkst du, dass diese Menschen dir damit eigentlich sagen wollen „du bist kein Tier“. Du bist etwas, dass über all dem anderen Leben steht, nur knapp unter Gott, und das ist nicht allein so weil das so im alten Testament steht, nein, das ist auch so, weil die Katholische Kirche sich immernoch gegen die Evoutionstheorie sträubt und immernoch die schrottigte Idee des Kreationismus vertritt und verbreitet. Dies ist eine heteronormative patriarchalische Kirche eines Gottes, der den Menschen aus Ton erschaffen hat (jedoch Frauen natürlich nicht, die nur das Produkte einer überzähligen Rippe sind.)

Man muss sich bewusst machen, dass in Italien die Beziehungen zwischen der Kirche und dem Staat noch immer durch den 1929 abgeschlossenen Lateranvertrag zwischen Mussolini und Pabst Pius IX. bestimmt wird. Der Katholizismus wird als Staatsreligion anerkannt, wird in der Grundschule immernoch unterrichtet, wenn auch die Teilnamhe freiwilling ist, und in den Klassneräumen hängen immernoch überall die Kruzifixe. Das heißt, dass der Einfluss des Christentums auf die Kinder immernoch recht stark ist und auch auf die ganze Population.

Einige östliche Religionen sind bekannt dafür, dass sie weitaus „tierfreundlicher“ sind als das Christentum, und dass sie sogar ausdrücklich vom Fleischverzehr abraten. Über die Jahre nun haben diese Religionen viele Menschen in der westlichen Welt begeistern können, und sie werden als „menschlicher“ und friedlicher im Vergleich zu den monotheistischen Religionen betrachtet.

Was mich wirklich deprimiert sind nicht religiöse Menschen selbst (als Atheist stehe ich für die Freiheit dessen, alles zu hinterfragen), sondern die Tatsache, dass die meisten Menschen (um ehrlich zu sein 100% derer denen ich in meinem Leben begegnet bin) die an den Vegetarismus über eine Religion herangetreten sind, unfähig zu sein scheinen ihn mit anderen Aspekten ihres Lebens und des Politischen in Zusammenhang zu bringen. Ich meine, es ist mir egal ob die Bhagavad Gita dir sagt du sollst Käse und Yoghust essen, aber wie kannst du dich selbst als intelligenten denkenden Menschen bezeichnen, wenn du zwar auf den einen Seite aufhörst Fleisch zu essen um Tierleben zu schützen, aber auf der andere Seite immernoch am Tod mitarbeitest, indem du Milchprodukte konsumierst, weil dein Gott dir das befohlen hat? Der Akt des Glaubens ist per definitionem schwack: ein Individuum trifft Entscheidungen und untermauert für sich diese Entscheidungen selbst, auch wenn er/sie sich nicht darüber im Klaren ist, dass diese Entscheidung falsch gewesen sein könnte.

Dies ist einer der vielen Arten in denen der Veganismus für mich intersektional ist, das ist so sowohl infolge der viele Entscheidungen die mich zu dem gemacht haben, was ich heute bin, und dies bildet eines der Fundamente auch dafür, was ich morgen sein werde. Als denkendes Individuum, nicht allein als Veganer.

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Asleep

Give us today / our poisoned bread / our daily piece of trash / our dose of forgiveness / altars for those who torture / gallows for those who care / how long will the lambs / be so bloodthirsty? / the sleep of consciousness / built cities and gold paved streets / monuments to its own failure / to praise / to bless / to sleep / forever.

Album: Self Titled 12″ released by Hell Yes! (2012 release)

FREE DOWNLOAD: www.mediafire.com?a5bt7rzkz7rhnae

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Restless

I’ve been told a better place awaits
I’ve been told we’ll lay and rest in peace
I’ve been told love lasts forever
Over our dead bodies
I’ve been told no more suffering
I’ve been told no more pain
I’ve been told but if I ask now nobody answers
And my knuckles hurt, my nails are worn
There’s no gold at the end of the road
I’ve been told but if I ask now
Nobody answers
Is anybody out there?
It’s only gravity
Pushing us down so fucking down
Until the ground will swallow us

Album: The Age Of Collapse (2013 release)

Live at Aladdin Jr in Pomona CA (USA) June 2013

Konnekten über:

Bandcamp: http://holyvegan.bandcamp.com/
FB: https://www.facebook.com/holyvegan