Wolf x Down über Ethik, Veganismus und Intersektionalität


Wolf Down beim Ieperfest 2013

Wir haben Wolf Down gefragt, was ihre Position in Sachen ethischer Veganismus und Intersektionalität ist

Tobi, Gitarrist von Wolf X Down, hat uns einiges Wichtiges und Interessantes hierzu gesagt:

Wir ihr alle wisst sind Wolf Down ja auch aus DE, u.z. aus dem Ruhrgebiet! Da wir wegen der breiten Fanbase und der allgemeinen Leserschaft die Band aber darum gebeten hatten, uns ein Statement auf English zu verfassen, ist dies hier eine Übersetzung des exzellenten (Original-) Textes auf Englisch, den Tobi uns gegeben hatte!

Veganismus ist für uns nicht einfach eine Ernährungsform, so wie es das vielleicht für manche Lifestyle Veganer_Innen ist, die das Vegansein in erster Linie als ein Weg zu dem sehen, ‚wie man gesund bleiben kann’. Für uns ist der Veganismus eine ethische Entscheidung dazu, dem Planeten und seinen Bewohnern das geringtse Leid und den geringsten Schaden zuzufügen. Das heißt auch, dass der Veganismus für uns nicht bedeutet, auf unser „Lieblingessen und unsere Lieblingprodukte verzichten“ zu müssen, wie das Fleischesser so gerne behaupten: „Vermisst ihr nicht xy?“ Nein und nein. Nein, weil es so ziemlich jedes leckere Essen in eine gewaltlosen veganen Version gibt, und nein, weil, da ist einfach keinen anderer Weg. Es ist keine Wahl, die jeder irgendwie für sich treffen kann. Du kannst nicht einfach so frei entscheiden, ob du dich lieber selbst versklavt halten willst oder nicht. Nicht wahr? Also warum denken wir, dass es jedem seine persönliche Enschteidung sei, Tiere auszubeuten, zu foltern und zu morden?

Trotz all dem ist der Veganismus ein Mittel und kein Endzweck. Wir glauben nicht daran, dass sich eine echte Veränderung vollziehen wird, nur durch Produktboykotts und dem gemeinsamen Teilen von Rohkostrezepten. Seid mal ehrlich mit euch selbst, der Veganismus allein rettet Tiere noch nicht. Der Veganismus ist also nun ein Trittstein. Ohne weitere Aktionen wird sich der Konsens unserer Gesellschaft über Tierausbeutung nicht brechen lassen. Wenn wir die Tierbefreiung erreichen wollen, dann muss die Tierrechtsbewegung eine politische und soziale Bewegung werden, so wie die abolitionische Bewegung [die die Sklaverei in den USA bekämpfte]. Die Abschaffung der Sklaverei und der Kampf Schwarzer wurde nicht gewonnen durch ein Boycott von Baumwolle. Um erfolgreich zu sein, braucht eine Bewegung eine breite Bandweite von Aktionen. Und die direct-action Sabotagen, die Zerstörung von Eigentum und die Tierbefreiungen, die von ALF Aktivist_Innen im Untergrund ausgeführt werden, sind so wichtig wie der/die adrette Veganer_In in der Fernseh-Talkshow. Also lasst uns unsere Stimmen bemerkbar machen, damit wir gehört werden, und vergesst niemals, dass tausende Individuen genau in dieser Sekunde gemartert, verstümmelt und getötet werden: „Ich bin mir bewusst, dass Viele der Schärfe meiner Rede widersprechen werden; aber gibt es nicht genug Anlass für solch eine Schärfe? Ich spreche so hart wie die Wahrheit ist, und so kompromisslos wie die Gerechtigkeit. Über dieses Thema will ich mit Moderation weder denken, noch sprechen, noch schreiben. Nein! Nein! Sag einem Mann, dessen Haus in Flammen steht, er solle moderat Alarm geben; sagt ihm, er solle seine Frau moderat aus den Händen des Peinigers befreien; sagt der Mutter, sie soll ihr Baby ganz langsam aus dem Feuer ziehen, in das es gerade gefallen ist; — aber drängt mich nicht dazu, moderat in einer Sacher wie dieser zu sein. Ich meine es ernst — ich werde keine Zweideutigkeit zulassen — ich werde nichts entschuldigen — ich werde keinen geringsten Schritt zurücktreten — UND ICH WERDE GEHÖRT WERDEN. Die Apathie der Leute reicht dazu aus, um jede Statue von ihrem Podest springen zu lassen und die Wiedererstehung der Toten zu beschleunigen.“ William Lloyd Garrison, amerikanischer Abolitionist.

Im einem weiter gefasssten Kontext ist der Veganismus für für uns Teil des Kampfes für eine totale Befreiung, nicht allein für nichtmenschliche-, sondern auch für menschliche Tiere. So wie erniedrigte Frauen und People of Color [farbige Menschen] oder Menschen unterschiedlicher ethnischer und kultureller Hintergründe sich um eine echte Gleichberechtigung bemühnen, homosexuelle Paare, Queers und Transsexuelle sich um Akzeptanz bemühen, Menschen mit Behinderung um Unterstützung, Flüchtlinge um Schutz und Tiere um ein Recht zu leben ohne Leid und Ausbeutung, so streben wir alle danach frei und gesund zu sein. Nicht dieselben, aber gleich zu sein. Allein durch die Aufdeckung der Gemeinsamkeiten in den unterschiedlichen Formen der Unterdrückung, und durch das Verstehen der Natur von Hierarchien und der Mentalität unterdrückender Kräfte gegenüber ihren Subjekten, können wir einen Weg finden um gemeinsam besser zu werden, uns zu ergänzen und weiterzukommen in unserem Kampf dagegen – geschlossen und stark: „Einheit von Unterdrückung“. Wenn wir unsere eigenen abgesonderten Kämpfe fechten, dann können wir vielleicht eine oder zwei bestimmte Speichen aus dem Rad der Unterdrückung herausnehmen und brechen, aber das hindert das Rad noch nicht am Drehen, es wird über unsere Kameraden weiterhin hinwegrollen. Um also unser Ziel einer echten und bleibenden Befreiung zu erreichen, müssen wir uns die Hände reichen und dies zu einem gemeinsamen Kampf für Befreiung machen, damit wir eine Einheit der Unterdrücken errichten und so alle Speichen in diesem scheibar endlos laufenden Rad zu zerbrechen: „So kannst du cool hinter deinem Fester bleiben und dir eine Aussicht wählen, die dir gefällt. Aber solange andere in Gefangenschaft gehalten werden, denk nicht, dass du frei seist.”

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Wolf Down – No Silent Approval

while the blood drips off the blade the cries still resonate
estranged, cut into pieces – rediscovered on your plate
you stop at nothing for the privileg of taste
like a panel of judges you’re deciding their fate

born in misery, abused – got nothing to lose
exploited for profit therefore you breed by humyn greed
this machine that turnes lives to products is called tradition
your silent approval – what an imposition!
individuals – facing perversion by superior forces
social, sentient beings degraded to resources
you stop at nothing for the privileg of taste
like a panel of judges you’re deciding their fate

this is about freedom, this is about compassion,
abolish exploitation – animal liberation!
The time has come – to break this culture of death

From Wolf x Down’s 2013 album release STRAY FROM THE PATH.

FB: https://www.facebook.com/WOLFxDOWN
Bandcamp: http://wolfxdown.bandcamp.com/
Youtube: http://www.youtube.com/user/WOLFxDOWN
Twitter: https://twitter.com/WOLFxDOWN

stray from the path — escape prescribed conformity

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